Searching for APP DEVELOPERS – UNSER LAGERHAUS

Applied Informatics

For the programming of apps for e.g. customer card app or appointment reservation app etc. UNSER LAGERHAUS is looking for competent students with corresponding experience on the basis of work contracts.

Here you can find the job offer as PDF!

If you are interested, please contact DI Christian Schimik christian.schimik [at] unser-lagerhaus.at!

Der Beitrag Searching for APP DEVELOPERS – UNSER LAGERHAUS erschien zuerst auf Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Source: AAU TEWI

Sekretärin / Sekretär im Bereich der Zentralen Einrichtung Familienservice – Kennung 170H/18

Panorama aus vielen bunten Kinderhänden mit aufgemalten Smileys | Foto: Robert Kneschke, fotolia.com

Die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt schreibt gem. § 107 Abs. 1 Universitätsgesetz 2002 folgende Stelle zur Besetzung aus:

Sekretärin / Sekretär

im Bereich der Zentralen Einrichtung Familienservice, im Beschäftigungsausmaß von 50 % (20 Wochenstunden; Uni-KV: IIb), vorerst befristet auf die Dauer eines Jahres mit der Option auf Überleitung ins unbefristete Dienstverhältnis. Das monatliche Mindestentgelt für diese Verwendung beträgt € 940,–brutto (14 x jährlich) und kann sich auf Basis der kollektivver­ traglichen Vorschriften durch die Anrechnung tätigkeitsspezifischer Vorerfahrungen auf max. € 1.031,20 brutto erhöhen. Voraussichtlicher Beginn des Arbeitsverhältnisses ist ehestmöglich.

Das Aufgabengebiet umfasst:

  • Unterstützung der Organisationsleitung
  • Selbständige Büroadministration und –kommunikation
  • Selbständige Terminorganisation und –koordination der Betreuungsrückmeldungen der Eltern
  • Budgetadministration in SAP und Handkassenabrechnung
  • Interne und externe Korrespondenz in deutscher und englischer Sprache
  • Organisatorische Mitarbeit bei Veranstaltungstätigkeiten
  • Mitbetreuung der Organisationshomepage, soziale Medien u.a. Kommunikationskanäle
  • Allgemeine Sekretariatsaufgaben

 Voraussetzungen für die Einstellung:

  • Kaufmännische Ausbildung und/oder einschlägige Erfahrung in der Sekretariatstätigkeit
  • Selbständiges Arbeiten und Organisationskompetenzen
  • Sehr gute Kenntnisse im Umgang mit Bürosoftware (ECDL oder vergleichbare Erfahrung)
  • Gute Kenntnisse der deutschen und englischen Sprache

Der Nachweis für die Erfüllung aller Voraussetzungen für die Einstellung muss bis 11. April 2018 vorliegen.

Erwünscht sind:

  • Kooperations-, Team- und Kommunikationsfähigkeit
  • Hohe Motivation, Flexibilität und Sorgfalt sowie Belastbarkeit bei ständig wechselnden Anforderungen und unter Zeitdruck zu lösenden Problemen
  • Hohes Einfühlungsvermögen, gute sprachliche und soziale Kompetenz
  • Bereitschaft zur Weiterbildung
  • Serviceorientiertes Denken
  • Kenntnisse in SAP (Berichtsuserkenntnisse)

Die Universität strebt eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert deshalb qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung auf.

Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen, die die geforderten Qualifikationskriterien erfüllen, werden ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert.

Allgemeine Informationen finden BewerberInnen unter www.aau.at/jobs/information.

Bewerbungen sind mit den üblichen Unterlagen bis 11. April 2018 unter der Kennung 170H/18 an die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Dekanatekanzlei/Recruiting, ausschließlich über das Online-Bewerbungsformular unter www.aau.at/obf zu richten.

Es besteht kein Anspruch auf Abgeltung von Reise- und Aufenthaltskosten, die aus Anlass des Aufnahmeverfahrens entstehen.

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Source: AAU TEWI

Postdoc-Assistentin / Postdoc-Assistent (tenure track) am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Arbeitsbereich Sozialpädagogik und Inklusionsforschung – Kennung 043H/18

Stellenausschreibung Wissenschaftliches Personal |Foto: kasto/Fotolia.com

Die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt schreibt gem. § 107 Abs. 1 Universitätsgesetz 2002 folgende Stelle zur Besetzung aus:

Postdoc-Assistentin / Postdoc-Assistent (tenure track)

an der Fakultät für Kulturwissenschaften, Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Arbeitsbereich Sozialpädagogik und Inklusionsforschung, im Beschäftigungsausmaß von 100 % (bis zum Abschluss einer etwaigen Qualifizierungs­vereinbarung gem. § 27 Uni-KV B1 dann A2). Die Stelle bietet die Option des Abschlusses einer Qualifizierungsvereinbarung und ist auf 6 Jahre befristet (jedoch wird diese Stelle bei Abschluss der Qualifizierungsvereinbarung gem. § 27 Uni-KV als Laufbahnstelle definiert). Das monatliche Mindestentgelt für diese Verwendung beträgt € 3.711,10 brutto (14 x jährlich; eine Anrechnung tätigkeitsspezifischer Vorerfahrung ist möglich), nach Abschluss einer Qualifizierungsvereinbarung € 4.388,70 brutto (14 x jährlich). Geplanter Anstellungszeitpunkt ist der 1. September 2018.

Der Aufgabenbereich umfasst:

Mitwirkung nach Maßgabe der Organisations- und Studienvorschriften an der Erfüllung der Aufgaben der Organisationseinheit in Forschung und Lehre. Dazu zählen:

  • Selbstständige Forschung und wissenschaftliche Weiterqualifizierung (Habilitation, falls noch ausständig) in ausgewählten Bereichen der Sozialpädagogik
  • Einwerbung von Drittmitteln, Durchführung und Koordination von Forschungsprojekten
  • Publikations- und Vortragstätigkeit (national und international)
  • Selbständige Durchführung von Lehrveranstaltungen, Prüfungstätigkeit sowie Betreuung von Studierenden
  • Mitwirkung an Organisations- und Verwaltungsaufgaben und an Qualitätssicherungs-maßnahmen
  • Mitwirkung am Ausbau der internationalen wissenschaftlichen und kulturellen Kontakte des Instituts

Voraussetzungen für die Einstellung:

  • Abgeschlossenes erziehungs-/bildungswissenschaftliches Doktoratsstudium mit mindestens gutem Erfolg
  • Fundierte Kenntnisse in sozialpädagogischen, bildungs- und sozialwissenschaftlichen Theorien und in empirischen Forschungsmethodologien/-methoden
  • Kenntnisse über sozialpädagogische Praxisfelder (insbesondere Kinder- und Jugendhilfe)
  • Forschungserfahrungen in Themenbereichen der Sozialpädagogik über das thematische Gebiet der Dissertation hinausgehend
  • Nationale und internationale Publikations- und Vortragstätigkeit
  • Erfahrungen in der selbständigen universitären Lehre und hochschuldidaktische Kompetenz
  • Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • Fachspezifische internationale Erfahrungen (z.B. im Rahmen von Studium, Ausbildung, Berufstätigkeit oder Projektkooperationen)

Der Nachweis für die Erfüllung aller Voraussetzungen für die Einstellung muss spätestens bis 18. April 2018 vorliegen.

Erwünscht sind:

  • Erfahrung in der Konzeption und Durchführung von Drittmittelprojekten
  • Erfahrungen in der Konzeption, Organisation, Leitung und Auswertung wissenschaftlicher Workshops, Tagungen und Symposien
  • Erfahrung in der akademischen Selbstverwaltung und in universitären oder außeruniversitären Gremien und Forschungszusammenhängen
  • Team- und Organisationskompetenz
  • Kompetenz in Gender-Mainstreaming
  • Deutschkenntnisse

Deutschkenntnisse sind keine Voraussetzung, ihr Erwerb wird allerdings innerhalb von zwei Jahren erwartet.

Der Aufgabenbereich der Stelle bedingt, dass die zukünftige Stelleninhaberin / der zukünftige Stelleninhaber den Arbeitsmittelpunkt nach Klagenfurt verlegt.

Mit der Inhaberin/dem Inhaber einer Laufbahnstelle kann eine Qualifizierungsvereinbarung gem. § 27 Uni-KV für die Bereiche Forschung, selbstständige Lehre, Leitungs- und Verwaltungsaufgaben, externe Erfahrungen abgeschlossen werden. Bei Abschluss der genannten Qualifizierungsvereinbarung erfolgt eine Einstufung als Assistenzprofessorin/Assistenzprofessor (Uni-KV A2).

Die Universität strebt eine Erhöhung des Frauenanteils beim wissenschaftlichen Personal insbesondere in Leitungsfunktionen an und fordert daher qualifizierte Frauen zur Bewerbung auf. Frauen werden bei gleicher Qualifikation vorrangig aufgenommen.

Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen, die die geforderten Qualifikationskriterien erfüllen, werden ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert.

Allgemeine Informationen finden BewerberInnen unter www.aau.at/jobs/information.

Bewerbungen in deutscher oder englischer Sprache sind mit den üblichen Unterlagen  unter Angabe dreier Personen, die ihnen entsprechende Referenzen ausstellen können, bis spätestens 18. April 2018 unter der Kennung 043H/18  über das Online-Bewerbungsformular unter www.aau.at/obf einzureichen.

Es besteht kein Anspruch auf Abgeltung von Reise- und Aufenthaltskosten, die aus Anlass des Aufnahmeverfahrens entstehen.

Übersetzungen in andere Sprachen dienen nur der Information. Rechtlich verbindlich ist allein die deutsche Version.

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Source: AAU TEWI

Guest Lecture by Sean Lovitt „Blueprints for a Long Hot Summer: The Speculative Fiction of Revolutionary Action Movement”

In context of the early 1960s Civil Rights Movement, the Black Nationalist aspirations of Revolutionary Action Movement (RAM) make the group seem ahead of its time. RAM developed a political program for African American autonomy in the Northern cities while much of the country was focused on the South and the struggle for integration. RAM’s “speculative fiction” encompasses their elaborate and prescient vision of things to come, including urban riots, armed self-defense groups, and other characteristics that came to be associated with the Black Power era. In his presentation, Sean Lovitt will examine this cultural production as a literary forerunner to Black Arts and Black Power, arguing that the habitual exclusion of RAM’s writing from the cultural history of the 1960s comes at the cost of a significant link between the Civil Rights and Black Power eras.

Bio:
Sean Lovitt is a PhD candidate in English Literature at the University of Delaware and the Graduate International Exchange Fellow at the University of Graz with research interests in the print culture of the Underground Press of the 1960s. His dissertation “Mimeo Insurrection” brings together the writings of an array of publications from the period, including Umbra, Black Panther Newspaper, Floating Bear, and Black Mask. More broadly, his interest in dissident writing extends across the long history of the book and printed ephemera from zines to avant-garde little magazines to black magic manuals.

 

Date and place:

April 24, 2018

HS 10, 12-13:00

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Source: AAU TEWI

Talente fördern!

Klagenfurt-Stipendium | Foto: aau/Martin Steinthaler

Die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und die Landeshauptstadt Klagenfurt initiieren gemeinsam ein
„Klagenfurt-Stipendium“ zur Förderung von ausgezeichneten Masterstudierenden.

Das Klagenfurt-Stipendium wird jährlich ausgeschrieben und fördert mit 300 Euro monatlich Masterstudierende, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Das Stipendium finanziert sich als „Matching-Fund“ über öffentliche und private Mittel. Unternehmen, AbsolventInnen, Vereine und Privatpersonen engagieren sich und vergeben Stipendien in der Höhe von 150 Euro monatlich. Die Landeshauptstadt Klagenfurt verdoppelt diese Fördersumme. Rektor Oliver Vitouch sieht das Stipendium als große Chance, um die Zukunft der Region nachhaltig zu gestalten: „Das Klagenfurt-Stipendium ist eine Maßnahme für den Brain Gain und Anstoß für eine neue Stipendienkultur. Gemeinsam mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik fördern wir  ökonomische Prosperität und die Chancen kommender Generationen.“ Veranstaltungen rund um das Klagenfurt-Stipendium vernetzen Wirtschaft und  Wissenschaft, Theorie und Praxis, ArbeitgeberInnen und herausragende Nachwuchskräfte.

Frau Bürgermeisterin Mathiaschitz, warum haben Sie das Klagenfurt-Stipendium ins Leben gerufen?

Kluge Köpfe sind die wichtigste Ressource unserer Gesellschaft. Mit dem Klagenfurt-Stipendium wollen wir einerseits der Abwanderung talentierter NachwuchswissenschaftlerInnen entgegenwirken und andererseits auch engagierte JungakademikerInnen nach Klagenfurt holen. Durch das Stipdneium wird es uns gelingen, Klagenfurt im internationalen Wettbewerb um kluge Köpfe nachhaltig zu positionieren und den Wirtschaftsstandort zu stärken.

Bürgermeisterin Mathiaschitz / Foto: Stadtpresse Klagenfurt - Fotostudio Stippich

Bürgermeisterin Mathiaschitz / Foto: Stadtpresse Klagenfurt – Fotostudio Stippich

Was möchten Sie mit dem Klagenfurt-Stipendium erreichen?

wir die Region nachhaltig weiterentwickeln wollen, brauchen wir jeden schlauen Kopf und können es uns nicht leisten, dass  talentierte JungwissenschaftlerInnen abwandern. Was möglich ist, beweisen die vielen erfolgreichen Start-up-Unternehmen,  die sich im Lakeside Park angesiedelt haben und ihren Ursprung an der Alpen-Adria-Universität hatten.

Bei der Vergabe des Klagenfurt-Stipendiums zählen nicht nur Noten, sondern auch individuelles, herausragendes Engagement. Warum ist dieser ganzheitliche Leistungsbegriff so wichtig?

Wir wollen mit dem Klagenfurt-Stipendium einen neuen Weg einschlagen, deshalb zählt für uns neben den Noten auch besonderes Engagement der BewerberInnen. Es sollen jene Masterstudierende gefördert werden, die sich auch ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst sind.

Warum liegt ihnen Spitzenförderung so am Herzen?

Bildungsförderung umfasst für mich zwei wesentliche Aspekte. Einerseits haben wir den Auftrag, Bildung – auch eine  universitäre Ausbildung – möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, und andererseits gilt es, Talente gezielt zu fördern.  In unserem Leitbild haben wir festgeschrieben, dass Klagenfurt eine Bildungsstadt ist. Da wir über sämtliche  Bildungseinrichtungen verfügen, sind wir in der glücklichen Lage, dass es kaum Einschränkungen beim Zugang zur Bildung gibt. Was uns noch gefehlt hat ist ein „Modell“, durch das wir gezielt wissenschaftliche Talente fördern können.  Das Klagenfurt-Stipendium ist ein nachhaltiges Programm, mit dem wir Spitzenförderung im Bereich der universitären Ausbildung etablieren wollen.

Für ad astra: Theresa Kaaden

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Source: AAU TEWI

Schöne, fitte Instagram-Welt

Katrin Doeveling in der USI Kraftkammer

Wie wir uns und unseren Körper wahrnehmen, wird immer stärker durch Bilder in sozialen Medien beeinflusst. Katrin Döveling, Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, hat untersucht, welche Folgen die Nutzung von Social Media auf die eigenen Körperbilder und die Selbstwahrnehmung hat und wie über Schönheitsbilder online oft diskutiert wird. Ein Appell an Medienkompetenz im digitalen Zeitalter.

In kürzester Zeit aufgenommen und noch schneller im World Wide Web verbreitet sind Bilder zum zentralen Medium unserer digitalisierten Gesellschaft geworden. Der Fokus auf das Bild hat durch Plattformen wie Instagram in den letzten Jahren stark zugenommen. 95 Millionen Posts pro Tag und über 700 Millionen UserInnen weltweit belegen den Aufstieg von Instagram. „Was sich vor allem durch die sozialen Medien geändert hat, ist die Flut an Bildern, die normativ ausgehandelt wird“, erklärt Katrin Döveling. „Permanent vergleichen wir uns über die hochgeladenen Fotos mit anderen. Prozesse des sozialen Vergleichs sind im alltäglichen Leben auch wichtig, denn darüber erfahren wir, wo wir in der Gesellschaft stehen. Bei Jugendlichen und jungen Menschen, die noch keine gefestigte Identität haben, zeigt sich jedoch, dass der ständige Vergleich negative Effekte hervorrufen kann.“ Obwohl Vergleichsprozesse in sozialen Netzwerken ständig passieren, sind die Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung und das Selbstwertgefühl von Userinnen und Usern bislang kaum erforscht.

Katrin Döveling, die sich intensiv mit der Nutzung und Wirkung von Social Media beschäftigt, hat, gemeinsam mit Carolin Krämer, eine Studie präsentiert. In dieser wurden großteils Nutzerinnen (95 Prozent der TeilnehmerInnen waren weiblich) von fitnessbezogenen Inhalten auf Instagram befragt. „Die Studie hat gezeigt, dass unsichere Frauen, die Instagram nutzen, dadurch oft noch unsicherer und unzufriedener mit sich selbst sind und sich schlechter fühlen. Je höher die Instagram-Nutzung bzw. die Nutzung von Fitness-Inhalten ist, desto negativer war die Wahrnehmung des eigenen Körperbildes“, schildert Döveling die zentralen Ergebnisse der Untersuchung. „51 Prozent hatten wegen der App den Eindruck, dass sie ihren Körperfettanteil reduzieren müssten, und das, obwohl der Großteil der 901 befragten NutzerInnen angegeben hat, normalgewichtig zu sein.“

Viele Fitness-Blogs vermitteln den jungen UserInnnen ein vermeintliches Schönheitsideal unter dem Deckmantel von Fitness und Gesundheit. Fitness steht aber in vielen Fällen nicht mehr im Vordergrund, es geht einfach darum, dünn und attraktiv zu sein. So buhlen dann junge Frauen um Likes und Anerkennung, indem sie Fotos ihrer thigh gaps (die „Lücke“ zwischen den beiden Oberschenkeln) online stellen. „Es geht nicht darum Fitness-Accounts und BloggerInnen zu verteufeln. Fitness ist in Zeiten von schneller Esskultur und einer zunehmend übergewichtigen Gesellschaft wichtig. Aber viele junge Frauen, die erst einen Identitätsentwurf entwickeln müssen, fühlen sich durch diese meist makellosen Fotos unter enormem Zugzwang. In unserer Studie gaben 67 Prozent an, dass sie durch Instagram den Druck verspürten, besser in Form zu sein.“

Die perfekte Frau in der Werbung und in den Medien ist kein neues Thema, aber der Einfluss auf unser Leben hat durch die ständige Präsenz der Bilder und die Möglichkeit, uns jederzeit und überall darüber austauschen zu können, stark zugenommen. „Wenn dann junge Menschen diese ganzen Vorher-dick-nachher-dünn-Fotos von BloggerInnen sehen, denken sie sich: Wenn die das können, dann kann ich das auch.“

Die schöne perfekte Social-Media-Welt wartet aber auch mit Gegentrends auf, wie zum Beispiel unter dem Schlagwort body positivity. Die dahinterstehende Bewegung setzt sich für ein positives und selbstbewusstes Körpergefühl ein, das die Einzigartigkeit jedes Körpers feiert. Ein Trend hin zu Models und BloggerInnen mit „Normalmaßen“ ist durchaus wünschenswert, Katrin Döveling merkt aber an: „Kritisch sehe ich Medienformate wie ‚Das Super Curvy Model‘, die den Fokus darauf legen, dass die Teilnehmerinnen anders als ‚echte‘ Models sind und sie somit wieder in eine Schublade stecken. Und auch wenn Modezeitschriften nun öfters Frauen mit ‚normalen‘ Größen abbilden, heißt das nicht, dass es auch in den sozialen Medien angekommen ist.“

Zusammen mit Studierenden hat Döveling den Facebook-Auftritt eines „Curvy Models“ näher untersucht und Reaktionen auf Postings und Fotos analysiert. „Wir wollten wissen, welche Emotionsmuster und Regularien es dort gibt. Neben den vielen negativen Kommentaren gab es immer wieder UserInnen, die versucht haben, das fat shaming, also diskriminierende Aussagen hinsichtlich ihres Aussehens und Gewichts, zu stoppen. Aber im Vergleich zu den negativen Postings war das nur eine geringe Zahl.“

Nun wissen prominente Menschen vielleicht damit umzugehen, junge Frauen und Männer hingegen, die ihre eigenen Fotos hochladen und sich dann mit massiven Hasspostings und Cybermobbing konfrontiert sehen, sind damit oftmals überfordert. „An diesem Punkt sind Eltern, Schulen und Lehrkräfte gefragt, die Jugendlichen darüber aufzuklären, welche Konsequenzen Fotos im Netz haben können und wie sie verantwortungsvoll damit umgehen“, fordert Döveling. „Emotionale Medienkompetenz v. a. im digitalen Zeitalter bleibt eine Herausforderung, der sich Wissenschaft und Gesellschaft stellen müssen.“

für ad astra: Katharina Tischler-Banfield

Zur Person

Katrin Döveling studierte Soziologie, Psychologie und Medienwissenschaften und habilitierte an der Universität Leipzig im Fach Kommunikations- und Medienwissenschaften. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Medientechnik und Medienwandel, mit einem Schwerpunkt auf Globalisierung und Emotionen, Online-Medien, besonders neue Formen von Social Networking Sites sowie digitale Medienkultur(en) im internationalen Kontext.

Tipp: Lange Nacht der Forschung, 13. April 2018

Station U28: Warum sind so viele unzufrieden mit ihrem Körper?

Hier wird nach Ihrer Selbsteinschätzung gefragt: Zeigen Sie uns anhand eines Maßbands Ihren Bauchumfang! Wie sehen Sie Ihren Körper im Verhältnis zu
anderen Körperbildern? Studien zeigen, dass viele Junge ein falsches Bild vom eigenen Körper haben. Verantwortlich ist dafür unter anderem das Schönheitsbild, das durch Influencer auf sozialen Medien wie Instagram vorgegeben wird und das wir gemeinsam hinterfragen wollen.

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Source: AAU TEWI

Das USI am Uni-Campus – mehr als ein Sportzentrum

USI Schitour

Das USI-Gebäude gibt es erst seit 2007, und doch ist es vom Campus nicht mehr wegzudenken. Das USI übernimmt eine Vielzahl von Aufgaben: Es bietet ein umfangreiches Angebot für eine bewegte, sinnvolle Freizeitgestaltung und stärkt das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Integration von Bewegung in Alltag, Studierendenleben und Beruf.

Das Kursprogramm: jedes Semester wieder voller Überraschungen

Die Bereitstellung eines attraktiven Kursprogramms ist die Kernaufgabe des USI – und jedes Semester wieder eine neue Herausforderung. Allein im Sommersemester 2017 ist die Zahl der angebotenen Kurse auf 262 angestiegen. Bei der Erstellung des Kursprogramms gilt: es soll vielseitig sein, die Wünsche möglichst vieler KursteilnehmerInnen befriedigen, neue Trends berücksichtigen, auf die Evaluationen eingehen und dann noch zeitlich und logistisch umsetzbar sein. Die Quadratur des Kreises sozusagen. Und jedes Semester schafft es das kleine USI-Kernteam wieder, ein bravouröses Angebot auf die Beine zu stellen: Für jede/n finden sich die passenden Kurse, egal ob Aerobic Workouts, Gymnastik, Outdoorsport, Spielsportarten, Tanz, Turnen, Akrobatik, Wasser- oder Trendsport.

Frauen haben die Nase vorn

Die Kursstatistik zeigt in den letzten Jahren einen ungebremsten Aufwärtstrend. Besonders im Jahr 2007 war ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen: Dieser ging einher mit der Eröffnung des neuen USI-Gebäudes direkt am Campus. Bis auf wenige, speziell ausgeschriebene Kurse richten sich alle USI-Kurse an beide Geschlechter gleichermaßen. Der Frauenanteil in Bezug auf die Inskriptionen bleibt in den letzten Jahren konstant bei circa 70 Prozent. Frauen präferieren Gymnastik und Workout-Kurse, Männer wählen eher die klassischen Ballsportarten.


Herr Preiml, wie waren Ihre Anfänge am USI?

Begonnen hat alles vor über 15 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt existierte lediglich die so genannte „alte Kraftkammer“ im Studentendorf, darüber einige Büroräume. Nach fünf Jahren gelang es dann, mit dem neuen USI-Gebäude eine vielseitige Sportstätte direkt am Campus zu errichten.

Wie kam es zur Idee für das neue USI-Gebäude?

Ich war der Meinung, dass eine Übungsstätte am Campus unerlässlich ist. Es sollte ein Ort sein, an dem man auch noch andere Projekte mitbetreuen kann. Mit der Unterstützung der damaligen Rektoren und in vielen Gesprächen und Diskussionen war es dann möglich, das Gebäude im März 2007 zu eröffnen. Nun können wir rund 250 Kurse im Semester anbieten und haben knapp 6.000 TeilnehmerInnen. Da hat sich viel getan.

Was macht Ihnen an Ihrem Job am meisten Spaß?

Er ist sehr vielseitig. Einerseits sind wir eine Service- und Dienstleistungseinrichtung für Studierende und Bedienstete mit der Aufgabe, ein interessantes Sport-, Freizeit-, Bewegungsprogramm von früh bis abends anzubieten. Unsere zweite Kernaufgabe sind die Wettkämpfe. Wir organisieren 15 Kärntner akademische Meisterschaften, den Kosiak-Löwen und zwei österreichische akademische Meisterschaften im Jahr, außerdem beschicken wir die Welt- und Europameisterschaften, bis hin zur Universiade. Aber das eigentliche Privileg ist es, dass parallel dazu an der Uni die Freiheit besteht, Ideen und Visionen zu entwickeln, das schätze ich sehr. So sind viele Projekte, Kooperationen und Aktionen umgesetzt worden, und das USI hat sich zu einer unabhängigen Kompetenzstelle im Sport entwickelt. Ein Beispiel dafür ist das erfolgreiche Programm Spitzensport und Studium. Das ist die eigentliche Qualität des Jobs.

Sie haben gerade Spitzensport und Studium erwähnt. Das ist ja ein Leuchtturmprojekt.

Der Charme dieser Universität ist, dass wir klein und damit intern auch sehr gut vernetzt sind. Nur so funktionieren solche Projekte: auf kurzen Wegen und mit persönlichen Kontakten. Klein zu sein hat dabei seine Vorteile. Ich habe mir immer darüber Gedanken gemacht, wie wir Erfolg haben können, wo wir eine passende „Lücke“ finden, um Angebote an anderen Universitäten nicht zu kopieren, sondern etwas Neues zu schaffen. Der nächste Schritt ist eventuell ein Lehramtsstudium „Bewegung und Sport“, aber auch in der Thematik „Wirtschaft und Sport“ gibt es Ausbildungsmöglichkeiten. Durch die Realisierung dieser Vorhaben könnten am Campus neue und interessante Perspektiven entwickelt werden.

Bei den vielen Sportarten, die das USI anbietet: was ist Ihr eigener Lieblingssport?

Ich habe immer viele Sportarten gleichzeitig gemacht – das ist eine Stärke und eine Schwäche. Derzeit präferiere ich (altersbedingt) Schifahren, Schitouren und Mountainbiken. Aber eigentlich war und bin ich immer noch ein begeisterter Ballsportler von Basketball bis Tennis.

Und privat?

Familie und Beruf sind für mich sehr wichtig und haben mich immer voll ausgefüllt, und daher habe ich immer andere Angebote (Vereine, Politik…) abgelehnt. Ich sehe es als riesige Qualität, dass ich im Beruf Dinge machen kann, die ich gerne und mit Überzeugung mache. Beruf ist für mich Intensität, Kontakt, Kommunikation – in der Freizeit suche ich die Ruhe, die Natur, entspanne mich gerne mit unterschiedlichster Musik und einem guten Buch.

Was wäre der Wunsch an die Zukunft?

Dass der Sport unpolitisch wird (bleibt), nicht für Macht und Prestige eingesetzt wird. Dass Sport die wichtigste und schönste „Nebensache“ bleibt.

für ad astra: Annegret Landes

Zur Person

Franz Preiml ist seit 15 Jahren USI-Direktor in Klagenfurt. Er studierte in Wien und Innsbruck Lehramt in der Fächerkombination Bewegung und Sport/Geographie.

Franz Preiml

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Source: AAU TEWI

Gebärdensprache: Erst-, Zweit und/ oder Fremdsprache?

Fuenf Handzeichen in Gebaerdensprache

Zwei- oder Mehrsprachigkeit ist für viele Menschen, die die Gebärdensprache (GS) als Erst- oder Primärsprache nutzen, etwas Selbstverständliches, müssen sie sich doch meistens auch in der jeweiligen Laut- und Schriftsprache ihres Landes verständigen können. Das Erlernen der Lautsprache stellt GebärdensprachbenutzerInnen vor ganz unterschiedliche Probleme.

„Es ist ein Irrglaube“, wie Marlene Hilzensauer, Leiterin des Fakultätszentrums für Gebärdensprache und Hörbehindertenkommunikation (ZGH), erklärt, „dass jemand, der die Gebärdensprache spricht, automatisch auch die Lautsprache eines Landes beherrscht.“ Es handelt sich dabei um zwei eigenständige Sprachsysteme, die sich in Grammatik, Syntax und Vokabular stark voneinander unterscheiden und somit eigens erlernt werden müssen.

„Wünschenswert wäre es, wenn gehörlose Kinder von klein auf mit der GS als Muttersprache aufwachsen. Da aber nur rund 10 Prozent der gehörlosen Kinder auch gehörlose Eltern haben, ist dies meist nicht der Fall“, erläutert Hilzensauer. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: einige Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder gebärden, anderen wiederum fehlen die Informationen dazu. Das führt dazu, dass manche Kinder erst in der Schule oder noch später die Gebärdensprache lernen, was wiederum das Erlernen der Schriftsprache erschweren kann.

„Neue Technologien wie Videotelefonie erleichtern zwar heutzutage die Alltags-Kommunikation, dennoch sind Schriftsprachen eine Voraussetzung, um in unserer Welt Zugang zu Bildung, Arbeit, Kultur und Kommunikation zu bekommen und somit die gleichen Chancen wie hörende Menschen zu haben.“ Hier setzen Projekte des ZGH, wie Deafli (www.deafli.com) bzw. auch „Deaf Learning“ (www.pzg.lodz.pl/deaflearning), an, die die Schriftsprachfähigkeiten Erwachsener mithilfe von Lernmaterialien und Multimedia-Angeboten verbessern sollen.

Beim Erlernen einer Laut- oder Schriftsprache stehen gehörlose Kinder und Erwachsene vor ähnlichen Herausforderungen wie hörende Menschen, zudem müssen aber noch andere Dinge beachtet werden, wie Hilzensauer ausführt: „Die visuelle Dimension der Sprache verlangt die volle Aufmerksamkeit der BenutzerInnen. Wird ihnen mittels GS etwas beigebracht, z. B. eine andere Sprache, können sie nicht mitschreiben und gleichzeitig den Gebärden folgen. Gerade in der Schule ist das für GS-BenutzerInnen problematisch.“

Die Schwierigkeit beim Erlernen einer Lautsprache liegt zudem in der für GS-BenutzerInnen abstrakten Ausdrucksweise der Lautsprache. In der deutschen Lautsprache heißt es beispielsweise: „Ich mache die Tür auf.“ GS-BenutzerInnen gebärden konkreter. Hier kommt es darauf an, ob ein Türknopf geöffnet wird oder eine automatische Tür, eine Schiebetür usw. So kann es einerseits beim Erlernen der Schriftsprache, aber auch beim Dolmetschen zu Verständigungsproblemen kommen. Zusätzlich ist der Einsatz der Mimik in der GS zentral, da sie grammatikalische Informationen kommuniziert.

Gebärdensprachen sind nicht international. „Die Sprachfamilien sind andere als in den Lautsprachen. Beispielsweise ist die Österreichische Gebärdensprache historisch eng mit der französischen verwandt, jedoch nicht mit der deutschen. Man beherrscht eine andere GS nicht automatisch, sondern muss sie erwerben wie eine Fremdsprache“, so Hilzensauer.

für ad astra: Katharina Tischler-Banfield

Zur Person

Marlene Hilzensauer ist Leiterin des Fakultätszentrums für Gebärdensprache und Hörbehindertenkommunikation (ZGH). Sie arbeitet neben der Lehre und der Gebärdensprachforschung an der Entwicklung von Lern- und Lehrmaterialien (für ÖGS bzw. mit ÖGS als Unterrichtssprache), insbesondere an Multimediasprachkursen für gehörlose Menschen.

Marlene Hilzensauer

Die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) ist seit 2005 in Österreich als Sprache anerkannt und in der Bundesverfassung verankert. In Österreich leben rund 9.000 bis 10.000 gehörlose Menschen, deren Muttersprache bzw. bevorzugte Sprache die ÖGS ist. Dazu kommen noch ca. 500.000 schwerhörige oder spätertaubte Menschen.

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Source: AAU TEWI

„Wenn man literarisch schreibt, muss man sich immer aufs Spiel setzen.“

Literatur und Krankheit | Foto: Ralph/Fotolia.com

Artur R. Boelderl fragt nach dem Wesen der Literatur. Mit ad astra hat er über körperliche und seelische Grenzerfahrungen bei Lesenden und Schreibenden gesprochen.

Ist Schreiben gesund?
Ja, Schreiben kann eine psychohygienische Funktion haben. Man muss aber differenzieren. Bei den Stoikern wie Marc Aurel ist die Übung des Schreibens eine Form der Selbstbeobachtung und Selbsterziehung ohne Publikumsausrichtung. Dabei handelt es sich um einen inneren Monolog, gleichsam mit dem Papier, auf dem man schreibt, das hat ordnende und reinigende Funktion. Ob allerdings literarisches Schreiben immer gesund ist, möchte ich bezweifeln, kann es doch auch in den Exzess ausarten. Nietzsche beispielsweise hat oft Tag und Nacht schreibend verbracht, bis an die Grenzen der Erschöpfung. Ein anderes Beispiel ist Kafka. Er hat den Schreibexzess als negative Form der Selbsterziehung begriffen, nach dem Motto: Wenn ich mich nicht völlig verausgabe und im Schreiben an die Grenzen meiner selbst gehe, kann das Geschaffene keinen poetischen Wert haben. Literarisches Schreiben wird oft zum selbstverzehrenden Schreiben.

Und wie heilsam kann das so Geschaffene für den Einzelnen und für die Gesellschaft sein?
Literatur ist wie andere Künste eine maßgebliche und unersetzliche Form der Selbstverständigung des Menschen. In Literatur, im Film und in der Musik bekommt der Mensch seine eigene Existenz vermittelt, über sie schreibt er sich in eine Kultur ein. Diesen Vorgang halte ich für unerlässlich. Literatur ist also „gesund“, in Anführungszeichen – und mit Nebenwirkungen. Deshalb interessiere ich mich auch für Psycho-Soma-Poetologie. Lesen kann sogar zu körperlicher Erschöpfung führen. Jeder von uns hat schon einmal die Erfahrung gemacht, ein Buch gar nicht mehr weglegen zu können. Literatur kann auch Lese-Exzesse erfordern.

Inwiefern nimmt das Kranke Raum in der Literatur ein?
Als Literaturtheoretiker frage ich mich: Was ist Literatur und womit beschäftigt sie sich? Ich stehe hier unter dem Einfluss von Georges Bataille, einem französischen Philosophen des 20. Jahrhunderts, der ein Buch mit dem Titel „Die Literatur und das Böse“ geschrieben hat, im französischen Original „La littérature et le mal“. Und „le mal“ ist auch das Kranke. Bataille geht es nicht nur um das moralisch Böse, sondern auch um das, was überhaupt zuwider ist, auch im physischen Sinne sowie an der Schnittstelle zwischen Seele und Körper. Sobald die Literatur in der Moderne aufhört, Regelpoetik zu sein, ufert sie in alle Richtungen aus und wuchert wie ein Krebsgeschwür. Sie liefert eine Beschreibung des Lebens in seiner ganzen Breite und Fülle. Und dazu gehören auch Krankheiten.

Worin liegen die Vorteile des Kranken gegenüber dem Gesunden?
Die Antwort ist einfach: Das Kranke ist spannender. Literatur dient immer auch der Unterhaltung, die nicht nur heiter, sondern auch voller Spannung, Schrecken und Schauder sein kann. Abweichungen und Pathologien sind literarisch interessanter als die Norm und das Normale. Das ist nicht zuletzt in literaturdidaktischer Perspektive bedeutsam: Im Literaturunterricht können wir den Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass es in der Literatur etwas zu verstehen gibt, etwas, was sich nicht von selbst versteht. Problemlösungskompetenz ist eine Sache; der Literatur hingegen geht es um Problemfindungskompetenz. Schülerinnen und Schüler können so dafür gewonnen werden, mit Begeisterung auf die Frage zuzugehen, was einen Text umtreibt.

Inwiefern sind diese Befunde epochenübergreifend?
Wenn man sich für das Wesen von Literatur interessiert, wird man bald feststellen, dass sie ihre Gestalt im Laufe der Geschichte verändert. Wie wir sie heute als hohe Kunst kennen, in diesem emphatischen Literaturverständnis, taucht sie erst spät auf. Und damit auch die Figur des Künstlers, mit der das Interesse für Biographie und Autobiographie einhergeht. Wenn sie beginnt, sich selbst zu beschreiben, mit allen Irrungen und Wirrungen, stößt die charakteristische moderne Künstlerfigur auch auf die Widersprüche zwischen Gesundsein und Kranksein.

Der kranke Künstler, der aus seinem Leid erst Genialität schafft, gilt als Gemeinplatz. Hat dieser Stereotyp Berechtigung?
Nicht im Sinne einer Repräsentation von Krankheitsbildern, doch dieses Moment der Selbst- und Fremdbeobachtung spielt eine ganz wesentliche Rolle. Der kranke Künstler oder die kranke Künstlerin hat im Unterschied zu nicht künstlerisch in der Welt seienden Menschen eine höhere Sensibilität, die, wenn sie zur Hypersensibilität wird, allein schon ein Krankheitsbild darstellt. Der Psychotiker zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht zwischen den Dingen, die ihn angehen und betreffen, und den anderen differenziert. Ihn geht alles an. Er wird von allem betroffen. Er steht völlig im Mittelpunkt seiner Welt. Wenn man Handke liest, gewinnt man einen Eindruck davon. Ohne Handke oder vergleichbare Künstler umstandslos als Psychotiker oder Egomanen bezeichnen zu wollen, ist es doch diese Form der Ich-Zentriertheit, die eine Voraussetzung für literarisches Schreiben darstellt.

Der Künstler muss sich also wichtig nehmen, oder?
Für eine Veröffentlichung braucht es vielleicht sogar Hochmut. Bataille wirft die Frage auf: Was für ein unglaublicher Affront ist es eigentlich, etwas niederzuschreiben in der Hoffnung, dass jemand anderer dafür Interesse entwickelt und es liest? Die Autorin oder der Autor muss sich dann aber zurücknehmen und vom Text lösen. Umberto Eco fordert sogar, der Autor müsse das Zeitliche segnen, nachdem er geschrieben hat, damit er die Eigenbewegung des Textes nicht stört. Es gibt schließlich nichts zu erklären über das hinaus, was der Text ohnehin selbst sagt.

Achtsamkeit und Sich-Spüren sind im Trend. Sind Schriftstellerinnen und Schriftsteller heute achtsamer mit sich als früher?
Wenn man literarisch schreibt, muss man sich immer aufs Spiel setzen. Man muss sich ins Spiel bringen und auch von sich selbst distanzieren. Dabei kann man sich objektiv betrachten, man kann aber auch experimentieren und den Selbstverlust im Schreiben suchen. Insofern gehört es zum Literaturschaffen dazu, in einen sensiblen Austausch mit sich zu treten.

für ad astra: Romy Müller

Zur Person

Artur R. Boelderl ist Universitätsdozent am Institut für Philosophie und seit 2016 Senior Scientist für Literaturdidaktik an der Abteilung für Deutschdidaktik des Instituts für Germanistik . Von 2014−2016 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im FWF-geförderten Forschungsprojekt „Topographien des Körpers“ an der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der Medizinischen Universität Wien. 2017 leitete er die 57. Literaturtagung des Instituts für Österreichkunde unter dem Titel „Vom Krankmelden und Gesundschreiben. Literatur und/als Psycho-Soma-Poetologie?“. 2018 findet unter seiner Ägide die Tagung „Kakanien oder ka Kakanien. Österreichs Geschichte 1918−2018 im Spiegel der Literaturen“ von 15.−17. November in St. Pölten statt.

Artur R. Boelderl | Foto: aau/riccio

Der Beitrag „Wenn man literarisch schreibt, muss man sich immer aufs Spiel setzen.“ erschien zuerst auf Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Source: AAU TEWI

Sehnsuchtsräume zwischen Kunst und Wissenschaft

Leerstehendes Hotel Palace bei Malinska auf der Insel Krk in Kroatien | Foto: Daniele Ansidei

Alpen-Adria-Gastprofessor Michael Zinganel lehrte ein Semester an der AAU zur Kulturgeschichte der Hotels. Im Interview mit ad astra erzählt er, wie sich die einst strahlenden Ferienbunker der Tito-Zeit an der kroatischen Adriaküste verändert haben.

Herr Zinganel, Sie sind Architekt, Künstler und Kulturwissenschaftler. Wie kam es dazu?

Als ich in Graz Architektur studierte, leistete ich mir so manche produktive Ab- und auch Irrwege. Nachdem ich noch während des Studiums beim Kärntner Architekten Günther Domenig die Gelegenheit bekam, das Besucherzentrum für das Funder- Werk II in St. Veit zu bauen, war mein Bedarf, mich als Architekt zu verwirklichen, schon frühzeitig gedeckt.

Wie machte sich das bemerkbar?

Ich arbeitete damals auch als Kulturreferent der Hochschülerschaft der TU Graz. Die Begegnungen mit Künstlern und Künstlerinnen inspirierten mich, in eine durchaus erfolgreiche künstlerische Karriere zu flüchten. Ich ging unmittelbar nach dem Architekturstudium nach Holland, um an der Jan van Eyck Academie Kunst zu studieren.

Und Sie sind nach Wien zurückgekehrt.

Aus Ehrgeiz wollte ich mich unbedingt in Wien – nicht in Graz – durchsetzen. Aber als ‚gelernter’ Architekt tat ich mir schwer mit der künstlerischen Freiheit und damit, mir selbst Themen zu stellen. Meine erste eigene Ausstellung in Wien war dann auch keine klassische Kunstausstellung, sondern eine anthropologisch konzipierte über damals leerstehende Gemeinschaftseinrichtungen in den Gemeindebauten des roten Wiens.

Wie kamen Sie dazu, als Architekt eine Dissertation in Geschichte zu schreiben?

Während meines zweiten eigenständigen Langzeit-Projektes über Karl Marx’ Theorie der Produktivkraft des Verbrechens für die Architektur und Stadtplanung und -wahrnehmung, bot mir der Wiener Historiker Siegfried Mattl an, darüber eine Dissertation in Zeitgeschichte zu schreiben. Dabei stellte ich fest, dass sich in der Zeitgeschichte meine so hybriden Qualifikationen sehr sinnvoll vernetzen ließen.

Dann der Wechsel in die Tourismusforschung.

Nach Jahren der Abgrenzung begann ich mich wieder mit der Region, in der ich aufgewachsen bin, auseinanderzusetzen: Und das war die Tourismusregion rund um Zell am See. Ich habe 2002 mit einem Schweizer Kollegen Peter Spillmann ein Forschungsprojekt zu den Hinterbühnen des Tourismus initiiert. Mein Part waren die alpinen Erlebnislandschaften in Tirol, wo aus kleinen Bergdörfern innerhalb kürzester Zeit urbane Agglomerationen wurden, die in der Saison um das Vielfache ihrer Einwohnerzahl anwachsen. Die neue Generation von Unternehmerfamilien hatte sich von der bäuerlichen Kultur losgelöst und lernte schnell, sich den touristischen Bedürfnissen anzupassen: Auf engstem Raum werfen sich hier die einen in popkulturelle Event-Ekstase während die anderen die Rückzugsorte authentischer Naturerfahrung genießen.

Die Architektur und Geschichte sozialistischer Ferienanlagen der Adriaküste interessierten Sie ganz besonders.

Das ist richtig: Auch hier ist das Interesse zum Teil autobiografisch in den Urlaubserinnerungen aus meiner Kindheit und den Studienreisen als Architekturstudent gegründet. Ästhetisch sind die großen, modernen Hotelanlagen und Ferienlager im ehemaligen Jugoslawien gewissermaßen Gegenmodelle zu den kleinteiligen alpinen Wucherungen in unseren Alpen. Sie waren Symbole für die Modernisierung Jugoslawiens und den Erfolg seines Dritten Weges: Dementsprechend waren sie mit modernem Design und zeitgenössischer Kunst ausgestattet. Die Frage nach dem Wandel ihrer kulturellen Wertschätzung und ihrem Schicksal während und nach dem Krieg bewegten mich dazu, eine Ausstellung im Grazer Haus der Architektur zu entwickeln. Aber es gab auch ein ernsthaftes kriminalistisches Interesse, wer denn hier die Gewinner von Krieg und Privatisierung seien.

Was ist aus Titos Flaggschiffen geworden?

Es existierten zum Zeitpunkt meiner Recherchen noch sehr viele melancholische Hotel- und Resort-Ruinen entlang der Adria, jedenfalls mehr als neu gebaute oder top sanierte. Dies lag vor allem auch an den ungeklärten Besitzverhältnissen. Die großen Tourismusbetriebe in Jugoslawien wurden in sozialistischer Selbstverwaltung geführt auf Grund und Boden errichtet, der im sozialen Eigentum aller stand. 1991 ließ die nationalistische Regierung Tuđman das soziale Eigentum auf kroatischem Boden verstaatlichen – in der Absicht, es im Kreise ihm vertrauter Patrioten zu privatisieren. Dazu kam es nicht mehr, denn mit der Unabhängigkeitserklärung im Mai begann der Krieg, 80 Prozent der Hotelanlagen an der Adria wurden schließlich als Flüchtlingslager benutzt, und manche sind seitdem nie mehr auf die Beine gekommen. Als mit Jahren Verspätung die Privatisierung und die Reinvestitionen tatsächlich wieder anliefen, war die Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Bank ganz schnell groß mit dabei – und ebenso schnell zahlungsunfähig! Und der Investitionsboom durch die Krise vorübergehend wieder beendet.

Wie steht das alles in Verbindung mit Ihrer Gastprofessur?

Die geografische und inhaltliche Verbindung meiner Arbeiten mit dem Alpen-Adria- Raum ist ja offenkundig. In weiteren Arbeiten beforschte ich die Arbeitsmigration im alpinen Tourismus oder den Lebensraum Straße entlang der pan-europäischen Straßenverkehrskorridore zwischen dem ehemaligen Osten und Westen Europas – auch diese durchkreuzen die Alpen- Adria-Region.

Was vermitteln Sie den Studierenden in der Lehrveranstaltung?

Die Studierenden erhalten einen Einblick in kulturwissenschaftlich geprägte Tourismus- Theorien und in die Geschichte einer kulturwissenschaftlich inspirierten Forschung zu Hotels. Es ist sehr erstaunlich, dass viele von den Studierenden bereits sehr spezielles Wissen über bestimmte Hotels in die Lehrveranstaltung mitbringen. Sie analysieren anhand von Befragungen, Beobachtungen und Diskursanalysen, wie Sehnsüchte bezüglich bestimmter Reisedestinationen und Typen von Hotels produziert und reproduziert werden, warum Hotels scheitern oder erfolgreich sind. Es ist durchaus spannend zu erforschen, wie ein aus einem bäuerlichen Hintergrund hervorgegangenes Hotel in den Kärntner Bergen gewachsen ist, welche Motive zu den immer neuen Investitionen führten und wie diese finanziert wurden – wie also und Gastgebern gemeinsam gestaltet wird.

An welchem Projekt arbeiten Sie derzeit? Dem Wiener Nordwestbahnhof. Anlässlich der Wiener Weltausstellung von 1873 noch prominent eröffnet, wurde der Bahnhof nach dem 2. Weltkrieg zu einem wichtigen Logistikzentrum und Güterumschlagplatz in Innenstadtnähe ausgebaut. Gleichzeitig verschwand er dadurch auch aus dem Bewusstsein der WienerInnen. Bevor das Areal nun aber einem neuen Wohnbaugebiet weichen wird müssen, habe ich mich mit meinem Kollegen Michael Hieslmair am Gelände eingemietet, um in einem Projektraum vor Ort dessen Geschichte aufzuarbeiten und um die wirtschaftshistorische Bedeutung dieses vorübergehend vergessenen Ortes im Zentrum Wiens in Erinnerung zu rufen: Hier sind die ersten frischen Fische 1899 aus der Nordsee in Wien angekommen; 1938 fand aber auch hier die NS-Propagandaausstellung „Der Ewige Jude“ statt.+

für ad astra: Lydia Krömer

Zur Person

Michael Zinganel studierte Architektur in Graz, Kunst an der Jan van Eyck Academy Maastricht und promovierte in Zeitgeschichte an der Universität Wien. Er arbeitet als Kulturwissenschaftler, Künstler und Kurator in Wien: u. a. über transnationale Mobilität, Massentourismus und Migration. Er ist Mitbegründer von Tracing Spaces. Zum Thema Tourismus publizierte er u. a. Holiday after the Fall – Seaside Architecture and Urbanism in Bulgaria and Croatia. Berlin: jovis 2013.

Zinganel Michael - AAU Gastprofessor | Foto: aau/Krömer

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Source: AAU TEWI